Untersuchungsgebiet

   
Die Untersuchung schloss mehrere Elbabschnitte ein, die durch verschiedene Bauwerke gesichert waren und sich in unterschiedlichen Unterhaltungszuständen befanden. Die Untersuchungsgebiete wurden in Absprache mit folgenden Institutionen und Projekten ausgewählt:

 

  • BMBF (Bundesministerium für Reaktorsicherheit Bildung und Forschung)
  • BAW (Bundesanstalt für Wasserbau)/BfG (Bundesanstalt für Gewässerkunde)
  • WSV (Wasser und Schifffahrtsverwaltungen)
  • Technische Hochschule Darmstadt, Universität Marburg, Technische Universität Cottbus
  • Universität Hamburg

Die Abstimmung der von BAW/BfG, TH Darmstadt/Univ. Marburg/TU Cottbus im Elbe-Ökologie-Forschungsprogramm des BMBF eingereichten Projektskizzen zur Buhnenproblematik und des bereits bewilligten Verbundprojekts der Universität Hamburg ergab, dass die Auswahl der Untersuchungsgebiete schwerpunktmäßig seitens der BAW/BfG in Absprache mit der WSV durchgeführt werden sollte. Berücksichtigt wurden dabei die Konzentrationsgebiete des Forschungsprojekts der Universität Hamburg. Es wurden Untersuchungsbereiche im Raum Havelberg in der Brandenburgischen Elbtalaue zwischen Havelberg und Wittenberge (Sachsen-Anhalt) nach Besichtigung ausgewählt. Als Untersuchungsflächen wurden fünf stark differierende Buhnenfelder ausgewählt, um ein möglichst diverses Faktorenspektrum in hoher Auflösung zu erhalten. Dies gewährleistete eine weitgehende Erfassung und Differenzierung der Gradienten repräsentativer Umwelt-Parameter. Die Auswahl wurde nach einem Kriterienkatalog, vorgenommen.

Das Buhnenfeld bei Stromkilometer 418 zeichnet sich durch Buhnen aus, welche im Rahmen der Sanierung erneuert und mit einem befestigten Durchbruch nahe der Buhnenwurzel versehen wurden. Am Ufer herrschen daher andere Strömungsverhältnisse vor als in einem „klassischen" Buhnenfeld. Ein derartiger Durchbruch führt allerdings schon bei Mittelwasser kein Wasser mehr. Das Substrat ist eine Mischung aus Feinsedimenten und Sand. Am Ufer befinden sich Schilf- und Schlammfluren.

Die Buhnen bei km 419,9 sind nahezu verfallen, sie wurden mit Hilfe von Sandsäcken repariert. Der Bewuchs der Buhnen besteht aus Blutweiderich und Weiden, welche im Zuge der Unterhaltungsmaßnahmen regelmäßig „auf den Stock" gesetzt werden. Es existieren Durchrisse an der Buhnenwurzel. Im landseitigen Teil des Buhnenfeldes ist ein Altwasser angebunden. Die Sedimente sind vorwiegend Feinsande und Schlämme. Dieses Buhnenfeld zeichnet sich durch weitläufige, bei Niedrigwasser trockenfallende Flächen aus.

Hier finden wir ein geradezu „klassisches" Buhnenfeld. Die Buhnen wurden 1996 erneuert, d.h. mit einer neuen und auch zum Untersuchungszeitpunkt noch intakten Schüttung versehen. Hinter der stromauf gelegenen Buhne befindet sich ein mehrere Meter tiefer Kolk. Die Substrate sind im oberen, ufernahen Teil schlammig, weiter unterhalb feinsandig bis sandig. Aufgrund der Topographie fallen bei Niedrigwasser weniger große Flächen trocken, die Auflaufhöhen von Wellen sind gering.

Das Buhnenfeld 4 bei Elbe-km 425 zeichnet sich durch besonders ausgedehnte, bei Niedrig- und Mittelwasser freiwerdende Uferflächen aus. Das vorherrschende Substrat ist Fein- bis Grobkies. Die Strömung liegt hier am Ufer an. Die Buhnen sind zum großen Teil zusedimentiert und ohne Funktion. Die Auflaufhöhe der von Schiffen verursachten Wellen ist relativ hoch.

Buhnenfeld 5 befindet sich an einem Gleithang im Elbknie bei Elbe-km 427. Die Buhnen sind zusedimentiert, das Substrat setzt sich aus Fein- und Grobsanden in sehr lockerer Schichtung zusammen. Im überströmten Bereich ist das Substrat auch bei Niedrigwasser in Bewegung. Bei niedrigen Wasserständen fallen weite Flächen trocken. Auch hier ist die Auflaufhöhe von Schiffswellen hoch.

 

 

 


Buhnenfeld 1: Elbe-km 418,1; rechts. Blickrichtung von flussaufwärts gelegener Buhne flussabwärts, Eklektorstandort rechts unten; Niedrigwasser.

 


Buhnenfeld 2: Elbe-km 419,9 links. Blickrichtung von flussaufwärts gelegener Buhnenwurzel zur flussabwärts gelegenen Buhne; Eklektorstandort links mitte; Niedrigwasser.

 


Buhnenfeld 3: Elbe-km 423,1 rechts; Blickrichtung auf flussaufwärts gelegene Buhne, Eklektorstandort links und Holzbesiedlungskörper; Niedrigwasser.

 


Buhnenfeld 4: bei Elbe-km 425 rechts Blickrichtung flussaufwärts; Niedrigwasser.

Buhnenfeld 5: Elbe-km 427,2 links Blickrichtung auf flussabwärts gelegene Buhne, Mittel-Niedrigwasser. Die Strukturen im Wasser stellen durch ansteigenden Wasserstand überflutete Flora dar.